Aktuelle Zuzahlungsregelungen

Mit der in 2004 vom Gesetzgeber beschlossenen Erhöhung der Zuzahlungen sollen die Eigenverantwortung der Versicherten für ihre Gesundheit gestärkt und die gesetzliche Krankenversicherung finanziell entlastet werden.

Dazu sollen Sie nach Meinung des Gesetzgebers auch in der Apotheke Ihren Beitrag leisten. Ihre Apotheke ist durch die Beschlüsse des Deutschen Bundestags zur Gesundheitsreform gesetzlich verpflichtet, Zuzahlungen von ihren Kunden zu erheben.

Diese Summe fließt in voller Höhe zur Minderung der Ausgaben an die jeweilige gesetzliche Krankenkasse und verbleibt nicht in der Kasse Ihrer Apotheke.

Zuzahlungsbeträge

Arzneimittel

Bei verschreibungspflichtigen Arznei- und Verbandmitteln muss jeder Patient 10 Prozent des Apothekenverkaufspreises dazuzahlen. Mindestens müssen es 5 Euro sein, höchstens dürfen es 10 Euro sein. Die Zuzahlung ist jedoch in jedem Fall begrenzt auf die tatsächlichen Kosten des Medikaments.

Im Prinzip sind nur noch rezeptpflichtige Medikamente erstattungsfähig. Bei bestimmten schweren Erkrankungen werden jedoch auch rezeptfreie Arzneimittel von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt: Auf einer Ausnahmeliste sind bestimmte Wirkstoffe und die entsprechenden Erkrankungen genannt - auch einige pflanzliche und homöopathische Heilmittel sollen betroffenen Patienten erstattet werden.

Arzneimittel-Sparpaket

Der Bundesrat hat den Weg für das umstrittene Gesetz zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit in der Arzneimittelversorgung (Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz, kurz AVWG) frei gemacht.

Im Rahmen dieses Gesetzes sieht der Gesetzgeber vor, dass Arzneimittel, deren Preis mindestens 30 Prozent günstiger ist als der vorgesehene Festbetrag für vergleichbare Wirkstoffe, von den Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenkassen von der gesetzlichen Zuzahlung befreit werden können. Voraussetzung ist, dass für die Krankenkassen hieraus eine Ersparnis resultiert. Dies müssen nun die Spitzenverbände der Krankenkassen entscheiden.

Man geht jedoch davon aus, dass alle Arzneimittel, welche die Anforderungen des Gesetzgebers an Preisgünstigkeit erfüllen und bei denen auch ohne Zuzahlung durch den Versicherten noch eine Ersparnis für die Krankenkassen zu erwarten ist, auch von der Zuzahlung durch die Spitzenverbände der Krankenkassen befreit werden.

it dem Zuzahlungsbefreiungsrechner von aponet.de können Sie ermitteln, ob Sie die Voraussetzungen für eine Befreiung erfüllen.

Praxisgebühr

Für einen Arztbesuch ohne Überweisungsschein müssen Sie einmal im Quartal 10 Euro bezahlen. Bekommen Sie vom ersten Arzt im Quartal Überweisungsscheine für einen anderen Arzt ausgestellt, so müssen Sie dort nicht noch einmal bezahlen.

Überweisungen darf jeder Arzt ausstellen, also auch die Fachärzte. Sie müssen vorab keinen anderen Arzt oder Hausarzt aufsuchen.

Die Praxisgebühr muss auch in Notfällen und bei Aufsuchen der Notfallambulanzen in den Krankenhäusern gezahlt werden. Ohne Zuzahlung ist eine Behandlung nur in bedrohlichen Notfällen möglich, die Gebühr muss dann jedoch nachträglich bezahlt werden.

Für Vorsorgeuntersuchungen fällt nur dann keine Praxisgebühr an, wenn diese Vorsorgeuntersuchung ein Teil der Leistungen Ihrer Kasse ist. Verschiedene wichtige Vorsorgeuntersuchungen wie Hautkrebsvorsorge oder Glaukomvorsorge werden in den meisten Gebieten Deutschlands jedoch von keiner Kasse übernommen.

Worauf Sie achten sollten

Zuzahlungsbefreiung und Zuzahlungsobergrenzen

Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sind weiterhin von jeder Zuzahlung befreit.

Neue Zuzahlungsbefreiungen werden erst erteilt, wenn der Patient einen bestimmten Eigenanteil p.a. bereits geleistet hat. Die Summe aller Zuzahlungen, die Sie während eines Jahres zu leisten haben, darf zwei Prozent Ihres Jahreseinkommens nicht überschreiten. Bei chronisch Kranken beträgt diese Obergrenze ein Prozent. Jeder Kranke muss also zunächst 2% (bei chronisch Kranken 1 %) seines jährlichen Einkommens für Praxisgebühren und Zuzahlungen ausgeben, erst danach kann er für den Rest des Jahres von den Gebühren befreit werden.

Belege sammeln – Sammelbelege

Sollte sich die Summe Ihrer Zuzahlungen den gesetzlich festgelegten Obergrenzen nähern, sollten Sie sich unbedingt an Ihre Krankenkasse wenden. Diese ist gesetzlich dazu verpflichtet, Sie kostenlos zu beraten.

Für die Befreiung werden Einkünfte und Gebühren der ganzen in einem Haushalt lebenden Familie zusammengezählt. Es liegt in Ihrem eigenen Interesse, alle Belege für Ihre Zuzahlungen bei Arznei- und Hilfsmitteln, bei Arztbesuchen, Krankenhausbehandlungen und anderen medizinischen Aufwendungen sorgfältig zusammeln und aufzubewahren.

Es bieten sich auch Sammelbelege aus Ihrer Apotheke an, welche Sie dann erhalten können, wenn Sie ein Kundenkonto bei uns besitzen.