Der Beinwell - Symphytum officinale L.

Quelle: Bild: Isolde Altersberger, Henriette Kress

Der Beinwell ist eine mehrjährige, borstig behaarte, bis zu 1,5 m hoch wachsende Staude. Die glockenförmigen Blüten sind rotviolett oder gelblichweiß gefärbt.

Die Pflanze ist in fast ganz Europa beheimatet. Exportländer der Droge sind Bulgarien, Polen, Rumänien und Ungarn.

Früher in der Volksmedizin sehr beliebt, ist die Verwendung des Beinwells jedoch aufgrund seiner toxischen Inhaltsstoffen (s.Hinweise) heute nur auf die äußerliche Anwendung beschränkt. Medizinisch verwendet werden das Kraut und die frische oder getrocknete Wurzel.

Anwendung:
Wurzel und Kraut des Beinwells sind reich an Schleimstoffen, das die Wundheilung und Geweberegeneration fördernde Allantoin und Gerbstoffen. Für die Blätter ist eine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung im Tierversuch nachgewiesen worden, die auf die in den Blättern enthaltene Rosmarinsäure zurückgeführt wird. Zubereitungen aus Beinwell werden daher bei stumpfen Verletzungen, wie Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen angewandt. Die äußere Anwendung soll auch die Heilung von Knochenbrüchen unterstützen.

Alle Pflanzenteile enthalten z.T. beträchtliche Mengen an toxischen Pyrrolizidinalkaloiden (s. Hinweise), daher sollten Zubereitungen des Beinwells nur äußerlich auf unverletzter Haut angewendet werden.

Dosierung:
Da der Gehalt an toxischen Pyrrolizidinalkaloiden von Pflanze zu Pflanze stark schwanken kann, sollten nur Fertigarzneimittel in Form von Salben, Pasten oder anderen äußerlich anzuwendenden Zubereitungen verwendet werden. Für diese Zubereitungen ist ein Höchstgehalt an Pyrrolizidinalkaloiden vorgeschrieben, wobei die Tagesmenge 0.1 mg nicht überschreiten darf. Die in der Packungsbeilage genannte Dosierungsempfehlung darf nicht überschritten werden!

Zubereitungen:
Es sind zahlreiche äußerlich anzuwendende Präparate (Salben, Pasten) zur Behandlung von stumpfen Verletzungen und rheumatischen Erkrankungen im Handel.

Hinweise:

  • Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!
  • Nicht innerlich anwenden!
  • Nicht bei verletzter Haut anwenden! Auch die Anwendung auf intakter Haut sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. Bei entzündeter oder verletzter Haut kann nicht ausgeschlossen werden, dass Pyrrolizidinalkaloide aufgenommen werden.
  • Nicht länger als 4 bis 6 Wochen pro Jahr anwenden!

Der Beinwell enthält in allen Pflanzenteilen toxische ungesättigte Pyrrolizidinalkaloide, die sich in Langzeituntersuchungen als lebertoxisch, kanzerogen und mutagen erwiesen haben. Diese Verbindungen stehen auch im Verdacht, bei Langzeitanwendung Venenthrombosen fördern zu können. Daher ist von einer innerlich Einnahme dieser Verbindungen abzusehen.

Für die äußerliche Anwendung gelten Beschränkungen in der Dosierung und Anwendungsdauer.